Odjel za germanistiku

Erfahrungen der Erasmus-Studierenden

Matthias:

Meine Erasmus-Erfahrung im WS 2020/21 an der Küste Dalmatiens.
Warum denn ausgerechnet Zadar in Kroatien? Natürlich handelt es sich bei der mittelgroßen Stadt am Adriatischen Meer nicht um das Mainstream-Ziel aller Erasmusstudierenden. Allerdings fand ich genau das interessant. Außerdem war mein Eindruck, dass wir an den Schulen in Deutschland sehr viel über die Geschichte Westeuropas lernen, die ost- und mitteleuropäischen Staaten dagegen eher stiefmütterlich behandelt werden. Also freute ich mich darauf, die Kultur, die historischen Hintergründe und viele Menschen vor Ort kennenzulernen. Zudem wirkte es reizvoll, einen deutschen Winter zu überspringen. 
Und tatsächlich stellte sich Zadar als das perfekte Reiseziel für ein Erasmussemester heraus. Die organisierenden Studierenden vor Ort sind mehr als hilfsbereit und motiviert. Sie planen viele abwechslungsreiche Events und sind sofort erreichbar, wenn es Probleme gibt. Die Professor*innen an der Universität sind überaus freundlich (ich studiere Germanistik und Darstellendes Spiel in Hannover, wobei es für letzteres keine Kurse gab) und aufgrund der geringeren Anzahl der Studierenden entsteht schnell ein persönliches Verhältnis. Die Universität ist der Größe der Stadt angemessen und aus dem alten Gebäude hat man einen wunderbaren Blick auf das Adriatische Meer. Man sollte allerdings darauf vorbereitet sein, Midterm-Exams zu schreiben und insgesamt einen höheren Arbeitsaufwand an den Tag zu legen. 
Mit 50 Erasmus-Studierenden im WS und ca. 100 im SS kommt man überdies nicht drum herum viele Studierende aus anderen EU-Staaten kennenzulernen, was sich als echter Segen herausstellte. Von Freund*innen, die Erasmussemester in größeren Städten verbracht haben weiß ich, dass sich dort eher Kleingruppen entsprechend der Nationalitäten gebildet haben.
Die Stadt an sich ist sehr schön und übersichtlich, gerade die Altstadt zieht im Sommer viele Touristen an. In Kroatien gibt es mit den verschiedenen Nationalparks, den Städten, Bergen und dem Meer viel zu sehen und zu erleben. Wenn nach der Corona-Zeit die Grenzen zu den Nachbarstaaten wieder geöffnet werden, erweitert sich der mögliche Reiseradius noch einmal gewaltig.
Insgesamt war das Erasmus-Semester in Zadar eine fantastische Erfahrung und ich würde jederzeit wieder in diese atmosphärische Stadt an der Adria gehen. 

 

Carolin:

Ich bin Carolin, komme aus Dortmund, Deutschland und war im Wintersemester 2019/2020 im Erasmus Semester in Zadar. In der Uni habe ich Germanistik in Richtung Lehramt studiert, weil ich in Deutschland auch Lehramt studiere. Die Seminare und Vorlesungen, die ich besucht habe, waren inhaltlich ähnlich theoretisch und wissenschaftlich aufgebaut wie in Deutschland. Dass ich Muttersprachlerin bin, hat mir nicht sonderlich große Vorteile eingebracht. Sie beschränkten sich lediglich darauf, dass ich keine Vokabelhilfen benötigte und Textarbeit für mich keinen sonderlichen Zeitaufwand darstellten, was aber besonders im Erasmus nicht schlecht ist ;). Darüber hinaus habe ich keinen großen Unterschied zu anderen Studierenden gemerkt. Ganz im Gegenteil, besonders das unglaublich hohe Sprachniveau vieler Studierende hat mich insbesondere zu Beginn sehr überrascht. Ich habe zuerst sogar mir unbekannte deutsche Erasmus Studenten unter ihnen vermutet. Auch die Mehrzahl der Lehrenden bilden da keine Ausnahme. In den Seminaren habe ich mich sehr wohl gefühlt und sobald mir die Sprachbarriere in die Quere kam und Anweisungen auf kroatisch gegeben wurden (ich spreche leider nur englisch und deutsch) , haben sich sowohl Lehrende als auch Studierende sehr bemüht mich zu integrieren und mir die notwendigen Informationen zukommen zu lassen.
 

Inga: 

„Warum Zadar?“ werde ich oft von Studierenden und Lehrenden gefragt. Darauf gibt es viele Antworten, aber die schönste ist: weil die Uni direkt am Meer steht. Zustande kam der Kontakt nach Zadar durch Frau Prof. Pavić Pintarić, die im März 2018 für ein Blockseminar über Idiomatik an meiner Heimatuniversität in Hannover zu Gast war. Sie hat mich mit ihrem interessanten Forschungsgebiet, ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer herzlichen Art nachhaltig sehr beeindruckt und als sie am letzten Tag des Seminars in einer Präsentation die Universität in Zadar vorstellte, hatte ich sofort Lust, dort zu studieren.

Mehr lesen: https://germanistika.unizd.hr/LinkClick.aspx?fileticket=LTNCBPjAEEU%3d&portalid=9&timestamp=1588580252134

 

Laura: 

Mein Erasmus-Semester in Zadar, Sommer 2020
Ich hatte mir alles perfekt ausgemalt: vormittags aus den großen Fenstern der Universität Zadar aufs Meer blicken, nachmittags an selbigem bei strahlendem Sonnenschein liegen, abends mit Freunden in der hübschen Altstadt etwas trinken gehen… aber von vorne.
Ich studiere in Deutschland an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Buchwissenschaft und Germanistik. Schon zu Beginn stand für mich fest, dass ich das ERASMUS+ Programm voll ausschöpfen möchte und bewarb mich direkt für zwei Semester; beide in Kroatien. Warum Kroatien? Warum nicht Spanien, Schweden oder Italien? Nein, ich wollte ein Land kennen lernen, das kein typisches ERASMUS-Ziel ist. Ich war vorher noch nie in Kroatien, auch in keinem anderen osteuropäischen Land. Ich kannte weder die Sprache, noch die Kultur, noch die Landschaft – genau das reizte mich! So verbrachte ich das vergangene Wintersemester 2019/20 in Osijek und habe den östlichen Teil des Landes kennengelernt. Diesen Sommer verbrachte ich nun in Zadar, um die Küstenregion zu erkunden. Ich kam bereits einen Monat vor Semesterstart in Zadar an und wurde herzlichst vom ESN Team begrüßt. Die verbleibende Zeit habe ich genutzt, um Šibenik zu besuchen, die Krka Wasserfälle zu bestaunen und Zadar und seine Umgebung zu entdecken. Die kroatische Gelassenheit und ihre Kaffeekultur färbten auch bald auf mich ab und ich lebte mich gut ein. Die Universität bemühte sich sehr, uns ERASMUS-Student*innen willkommen zu heißen und uns das Semester so angenehm wie möglich zu machen. Auch bei den Dozent*innen stieß ich nur auf erfreute und zuvorkommende Reaktionen. Hier in Zadar hatte ich mich für einige germanistische Kurse, einen aufbauenden Kroatisch-Sprachkurs und freie Kurse angemeldet. In allen wurde ich herzlich aufgenommen. Besonders spannend fand ich die germanistischen Kurse, da ich hier in Kroatien nochmal ganz andere Sichtweisen auf meine Muttersprache gewinnen konnte: Sei es in Kontrast zur kroatischen Sprache oder in Bezug auf österreichische und schweizerische Varianten. Knapp einen Monat später kam Corona… und wurde allmählich auch in Kroatien präsent. Zuerst in Zagreb, dann auch in Zadar: Geschäfte mussten schließen, und auch die Universität stellte auf digitalen Betrieb um. Diese Situation war für uns alle nicht nur neu, sondern auch beängstigend, da es wenige seriöse Informationen über das Virus gab. Ich habe mich dennoch nie allein gelassen gefühlt, da sowohl das Erasmus Büro der Universität als auch die Dozent*innen und das ESN Team sich immer bemüht haben, uns Austauschstudierende frühzeitig und transparent über alle aktuellen Maßnahmen zu informieren. Ich habe mich dennoch nach einiger Zeit dazu entschieden, wieder nach Deutschland zurück zu kehren, da ein baldiges Zurückkehren zur Normalität nicht in Aussicht stand. Auch hier wurde ich super von allen Seiten unterstützt, ich habe große Hilfe erfahren. Vielen Dank! Die Kurse gehen trotzdem weiter: online. Auch der Kontakt zu den Dozent*innen und Kommiliton*innen besteht weiterhin. Sobald es die Situation zulässt, werde ich auf jeden Fall wieder nach Zadar kommen! Ich habe mich in Land und Leute verliebt 😊